Der Jahreswechsel ist noch keine 2 Wochen vollzogen und schon geht es in der Blogosphäre zur Sache.
Robert Basic sieht sich ausreichend neuen Projekten und Ideen gegenüber, um sich von alten zu trennen. In diesem Falle geht es um sein Blog
basicthinking.de/blog, welches nun inzwischen seit gut 5 Jahren im Netz ist und eine beachtliche "Fangemeinde" um sich geschart hat. Was das Besondere daran ist:
Er will sein Blog auf eBay verkaufen.
Und schon dreht sich etwas... Es sind Umfragen am Laufen, die unter sich versuchen einen Ausgang zu errätseln (Intelligenz der Masse?!). Schätzungen über den Erlös liegen momentan zwischen 26.000 € (
firstinsider.de) und 50.000 €. Robert Basic selber
sieht den Ausgang ähnlich gefächert:
"Alles zwischen 10-100k ist denkbar."
Es haben sich inzwischen 3 Lager gebildet. Die einen halten den Verkauf generell für eine gute Idee. Andere halten dagegen. Der Mann hinter der Sache ist relevant, nicht der "Markenname". Und schließlich gibt es die dritte Gruppe, die der Unentschlossenen, welche sich als interessierte Beobachter wohl am besten fühlen.
Das Blog erzielt einen Jahresumsatz von 37.000 € (30.000 € aus Direktwerbung und 7.000 € aus Linkverkäufen). In der (wirtschaftlichen) Theorie ist ein Produkt etwa so viel wert, wie der Jahresumsatz beträgt. Jetzt ist es an der deutschen Blogosphäre, zu schauen, wie stark die Informationsgesellschaft ausgeprägt ist. Zitat von Robert Basic in der
Frankfurter Rundschau:
"Wenn der Verkauf nur eine sehr geringe Summe bringt, wenn selbst Deutschlands erfolgreichstes Blog nichts wert ist, dann fehlt mir nicht nur das Geld. Dann ist das auch ein schlechtes Zeichen für die Blogosphäre."
Wie schon eingangs erwähnt, wird Robert Basic mit dem Verkauf nicht von der Bildfläche verschwinden. Er wird ein neues Technik-Blog auf
buzzriders.com errichten und privat auf
robertbasic.de bloggen. Seinen Schätzungen zufolge hat er momentan etwa 1/3 Stammleser, welche wohl mit ihm wechseln werden.
Sein stille Hoffnung für basicthinking.de ist:
"Der User ist nicht so personenfixiert, wie man sich das vorstellt. Der will Inhalte. Am liebsten wäre mir, ein Unternehmen würde sich die Seite sichern und daraus so etwas wie ein deutsches TechCrunch machen."
Wir drücken ihm auf jeden Fall die Daumen, dass alles glatt läuft (man bedenke die rechtlichen Prozesse, die nebenher laufen, wie beispielsweise den Datenschutz) und er am Ende wenigstens halbwegs zufrieden mit der deutschen Blogosphäre sein kann.
Hier der Link zu seiner Auktion.
Nachgedanken: "Ob wir ihm ein Daisy und Sascha Video zur Seite stellen sollten?"